What to Prepare Before a First Consultation

Ein erstes Beratungsgespräch mit einer Industriedesign-Agentur ist mehr als ein unverbindliches Kennenlernen. Es ist der Moment, in dem Sie als Unternehmen die Weichen für eine systematische Produktentwicklung stellen. Wer gut vorbereitet kommt, spart nicht nur Zeit, sondern erhält bereits in der ersten Stunde konkrete Hinweise zur Machbarkeit, zu Normen und zum Schutz Ihres geistigen Eigentums.

Die folgenden Punkte helfen Ihnen, das Gespräch effizient zu nutzen und die Grundlage für eine Zusammenarbeit nach VDI-Richtlinien zu legen.

Projektrahmen und Zieldefinition

Bevor Sie das Gespräch führen, sollten Sie den Projektrahmen so klar wie möglich skizzieren. Dazu gehören:

  • Der konkrete Anwendungsbereich – handelt es sich um ein neues Produkt, ein Redesign oder ein Modul für ein bestehendes System?
  • Die angestrebte Zielgruppe – welche Branche, welche Nutzerprofile, welche Einsatzumgebung?
  • Der gewünschte Reifegrad – von der Konzeptstudie bis zur fertigen Spezifikation für die Serienfertigung.

Je präziser Sie diese Angaben machen, desto gezielter kann die Agentur Methoden wie die VDI 2221 (Methodik zum Entwickeln und Konstruieren technischer Systeme) auf Ihr Vorhaben anwenden.

Vorhandene Unterlagen und Vorgaben

Bringen Sie alle Dokumente mit, die den aktuellen Stand Ihres Projekts beschreiben. Dazu zählen:

  • Technische Zeichnungen, CAD-Modelle oder Lastenhefte, falls vorhanden.
  • Bestehende Normen oder interne Richtlinien, die eingehalten werden müssen (z. B. VDI 4500 für technische Dokumentation).
  • Ergebnisse aus vorherigen Machbarkeitsstudien oder Nutzerbefragungen.

Fehlen solche Unterlagen, ist das kein Hindernis. Die Agentur kann gemeinsam mit Ihnen eine Anforderungsanalyse durchführen. Allerdings beschleunigt vorhandenes Material den Einstieg erheblich.

Fragen zum Schutz geistigen Eigentums

Ein oft unterschätzter Punkt ist die Klärung der IP-Rechte. Bereiten Sie folgende Fragen vor:

  • Welche Teile des Produkts sind bereits durch Patente, Gebrauchsmuster oder Designschutz geschützt?
  • Welche Entwicklungen sollen im Rahmen des Projekts neu angemeldet werden?
  • Wie wird die Vertraulichkeit während der Zusammenarbeit gewährleistet (NDA)?

Die Agentur kann Ihnen auf Basis Ihrer Angaben eine erste Einschätzung geben, welche Schutzstrategie sinnvoll ist – und welche Dokumentation dafür nötig ist.

Budget- und Zeitrahmen

Nennen Sie realistische Größenordnungen für Budget und Zeit. Das muss keine exakte Zahl sein, aber eine Spanne hilft der Agentur, den passenden Leistungsumfang vorzuschlagen. Beispielsweise:

  • Ein reines UX-Konzept für ein Bedienpanel kann in vier bis sechs Wochen erstellt werden.
  • Eine vollständige Produktspezifikation inklusive Normenprüfung benötigt eher drei bis sechs Monate.

Transparenz an dieser Stelle vermeidet spätere Missverständnisse und ermöglicht eine maßgeschneiderte Angebotserstellung.

Ein gut vorbereitetes Beratungsgespräch ist der erste Schritt zu einer normenkonformen und schutzfähigen Produktentwicklung. Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit, um die genannten Punkte zu notieren – das zahlt sich in der Qualität der Ergebnisse aus.

Carl Lehmann MBA.

Carl Lehmann MBA.

Leiter UX/UI Engineering & VDI-Konformität

Carl Lehmann verantwortet bei glowitdesign die systematische Entwicklung industrieller Benutzeroberflächen nach VDI 2221 und VDI 4500. Mit über 15 Jahren Erfahrung in der B2B-Produktentwicklung und einem MBA in Technologiemanagement berät er Unternehmen zur normgerechten Gestaltung, zum Schutz geistigen Eigentums und zur Integration von Design Thinking in regulierte Umgebungen. Er ist Ansprechpartner für alle Fragen rund um IP-Sicherung und technische Dokumentation.

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